Semesterstart ohne Druck: 3 Dinge, die du loslassen darfst

„Jetzt studiere ich endlich etwas, das ich mir selbst ausgesucht habe.“ Mit genau diesem Gedanken bin ich direkt nach der Schule ins Studium gestartet. Ein paar Wochen später saß ich abends am Schreibtisch, weil am nächsten Morgen eine Prüfung im Physikpraktikum anstand. Physik musste man für Chemie und Bio nämlich trotzdem belegen. Ich verstand den Versuch nicht, das Protokoll für den nächsten Tag wartete auch noch, und irgendwann kamen Panik und Tränen. Ganz leise lief dabei ein Satz mit: Vielleicht bin ich in Wahrheit einfach nicht gut genug für dieses Studium.

Vielleicht kennst du dieses Gefühl, egal ob du gerade im ersten oder schon im fünften Semester bist. Der Semesterstart fühlt sich schwerer an, als du es dir erhofft hast, und das ist völlig normal. Was dabei den meisten Druck macht, ist erstaunlich selten die Herausforderung selbst, viel öfter ist es das, womit wir die Lücke zwischen Erwartung und Realität füllen.

In diesem Artikel geht es um drei Dinge, die du für einen Semesterstart ohne Druck loslassen darfst: die Geschichte, die du dir über dich selbst erzählst, den Plan für den perfekten Neustart und den Anspruch, alles sofort verstehen zu müssen.

Überblick

Warum sich der Semesterstart oft schwerer anfühlt als erhofft

Ganz viele starten mit derselben Hoffnung ins Studium: Jetzt wird es gut, jetzt mache ich endlich das, was ich wirklich will. Wenn du schon ein paar Semester hinter dir hast, klingt dieser Gedanke vielleicht eher so: Diesmal wird alles besser. Im Kern ist es dieselbe Hoffnung.

Und dann kommt der Alltag. Ein Studium ist am Anfang fast immer schwerer, als man es sich vorgestellt hat, oder genauer gesagt, es fühlt sich schwerer an. Das hat mit der riesigen Umstellung zu tun, die so ein Start mit sich bringt:

  • Wie groß der Stoffumfang wirklich ist, kann man sich vorher kaum vorstellen.
  • Prüfungen kommen geballt und sind oft ganz anders aufgebaut, als du es aus der Schule kennst.
  • Vorlesungen, Übungen und Abgaben laufen alle gleichzeitig.
  • Auch außerhalb der Uni verändert sich vieles, neue Menschen, ein neuer Freundeskreis, vielleicht sogar eine neue Stadt.

Jedes neue Semester bringt neue Herausforderungen und Ansprüche mit sich, und jedes Mal verlässt du damit ein Stück weit deine Komfortzone.

 

Die Lücke zwischen Erwartung und Realität

Aus heutiger Sicht war das, was mir damals am Schreibtisch passiert ist, ganz normal. Ich hätte mir auch sagen können: Okay, das ist ein Anfang, und Anfänge sind eben holprig. Physik gehört in den Grundlagen zu einem naturwissenschaftlichen Studium dazu, und es ist in Ordnung, wenn ich ein Fach, das ich mir nicht ausgesucht habe, nicht sofort verstehe. Ich brauche auch nicht überall eine Eins.

Stattdessen ist mein Blick ganz automatisch auf die Diskrepanz gefallen zwischen dem, wie ich mir das Studium vorgestellt hatte, und dem, wie ich mich an diesen Abenden gefühlt habe, nämlich völlig überfordert. Diese Lücke habe ich mit Urteilen über mich selbst gefüllt, mit noch mehr Druck und mit dem Anspruch, alles sofort können zu müssen.

In meinem Mentoring höre ich zum Semesterstart immer wieder Sätze wie „Diesmal muss es einfach klappen“ oder „Ich will dieses Semester endlich alles richtig machen“. Da steckt so viel guter Wille drin und gleichzeitig so viel Druck.

Dass es auch anders geht, habe ich selbst erlebt. Ein paar Jahre nach meinem ersten Studium habe ich noch einmal studiert, Medienpädagogik und Medienpsychologie als Erweiterungsstudium, und zwar neben meinem Vollzeitjob. Weniger Arbeit war das nicht, und auch da ist eine Lücke zwischen Vorstellung und Realität entstanden. Mit dieser Lücke bin ich aber ganz anders umgegangen, ich habe sie zunächst einfach stehen lassen. Und dann gab es drei Dinge, die ich ganz bewusst anders gemacht habe.

Semesterstart

1. Die Geschichte, die du dir über dich selbst erzählst

Das Erste, womit ich die Lücke in meinem ersten Studium gefüllt habe, war eine Geschichte über mich selbst.

 

Wenn alle anderen scheinbar mehr können

Ich hatte in der Schule Chemie nur als Grundkurs, weil ich erst in der Oberstufe gemerkt habe, wie sehr mich das Fach interessiert und dass ich darin wirklich gut bin. An der Uni saß ich dann neben Leuten, die fast alle Chemie als Leistungskurs hatten. Natürlich hatten sie mehr Themen behandelt, und das teilweise auch komplexer. Ich habe aber nur noch diesen Unterschied gesehen: Die können das alles schon, die sind viel besser als ich.

Daneben lief der zweite Satz, wahrscheinlich bin ich in Wahrheit doch nicht gut genug für dieses Studium. Und meine logische Schlussfolgerung daraus war, dass ich jetzt erst recht viel machen muss. Noch bevor die erste Prüfung geschrieben war, war ich schon überfordert und am Verzweifeln.

 

Sätze, die schon vor der ersten Vorlesung feststehen

Es muss gar nicht immer der Vergleich mit anderen sein. Oft sind es ganz grundsätzliche Sätze. Ich hatte zum Beispiel schon mehrere Psychologiestudentinnen im Mentoring, die Statistik belegen mussten und sagten: „In Mathe war ich schon in der Schule immer schlecht, also kann ich Statistik nicht.“

Wenn du einmal ehrlich beobachtest, wann solche Sätze auftauchen, merkst du wahrscheinlich, dass sie meistens schon da sind, bevor überhaupt etwas passiert ist. Mit „Ich kann kein Mathe“ gehst du schon in die erste Vorlesung, bevor du dort irgendetwas erlebt hast.

Bei mir war es genauso. Physik hatte ich in der Oberstufe abgewählt, und die Geschichte dazu war fertig, sobald ich hörte, dass ich im ersten Semester dieses Praktikum machen muss. Theoretisch hätte es mit Physik genauso laufen können wie mit Chemie, wo ich auch erst spät gemerkt habe, dass es mir liegt. Für diese Offenheit war damals aber kein Platz, weil so viel neu war und ich mich komplett aus meiner Komfortzone katapultiert fühlte.

 

Warum wir uns solche Geschichten erzählen

Diese Geschichten haben fast immer eine Schutzfunktion:

  • „Ich kann Mathe nicht“ schützt dich davor, enttäuscht zu werden, falls es tatsächlich nicht klappt.
  • „Ich bin nicht gut genug, also muss ich mehr machen“ soll dafür sorgen, dass du bloß nichts verpasst.
  • „Ich bin halt jemand, der immer alles aufschiebt“ soll dich vor bestimmten unangenehmen Gefühlen bewahren.

Das macht sie verständlich. Es ändert aber nichts daran, dass sie beeinflussen, wie du dich fühlst, wie du dich verhältst und damit am Ende auch, welche Ergebnisse du erzielst.

 

Der große Fisch im kleinen Teich

Dass sich unser Selbstbild in neuen Situationen verschiebt, ist ziemlich typisch. Forschende haben zum Beispiel Kinder beim Wechsel von der Grundschule aufs Gymnasium begleitet, und ihr Selbstbild ist im ersten Jahr spürbar gesunken. In der Grundschule gehörten viele von ihnen zu den Leistungsstarken, denen vieles leichtfiel. Am Gymnasium sitzen sie plötzlich mit lauter Kindern zusammen, denen es in der Grundschule genauso ging, und die Vergleichsgruppe ist eine ganz andere.

An der Uni passiert sehr wahrscheinlich etwas ganz Ähnliches. Du machst jetzt genau das, was du schon immer machen wolltest, und alle anderen in deinem Studiengang auch. So wird ausgerechnet das, was dich am Anfang so motiviert hat, zu einem Teil der Lücke zwischen Erwartung und Realität.

 

Was eine andere Geschichte verändern kann

Wie viel diese Geschichten ausmachen, zeigt eine Studie, die ich wirklich mag, weil sie eine so positive Botschaft hat. Forschende der Duke University haben Erstsemestern, die sich Sorgen um ihre Noten machten, etwas ganz Einfaches erzählt: dass ganz viele Studierende am Anfang Schwierigkeiten haben und dass die Noten danach meistens besser werden. In dieser Gruppe brachen danach weniger Studierende ab, und ihre Noten verbesserten sich.

Das war eine kleine Studie. Forschende der Stanford University haben die Idee viele Jahre später im großen Stil überprüft, mit fast 27.000 Studierenden an 22 Hochschulen. Auch dort hörten die Studierenden vor ihrem Start, dass sich am Anfang fast alle unsicher fühlen, ob sie hier richtig sind, und dass sich das mit der Zeit gibt. Und auch dort schlossen danach mehr von ihnen ihr erstes Studienjahr erfolgreich ab.

Stell dir vor, damals wäre jemand an meinen Schreibtisch gekommen und hätte gesagt: „Hey Kathi, dass du dich gerade überfordert fühlst, ist völlig normal. Du musst dich mit so vielen neuen Inhalten auseinandersetzen, deinen Rhythmus finden, mit den Anforderungen in diesem Praktikum klarkommen. Das ist eine Phase, und sie geht vorbei“ Hätte ich mir diese Geschichte erzählt statt der, dass ich hier nicht hingehöre, hätte ich vielleicht nicht weinend am Schreibtisch gesessen. Vielleicht hätte ich tief Luft geholt und mir in Ruhe angeschaut, was ich konkret noch nicht verstehe.

 

Ein kleines Ritual für deinen Neuanfang

Nimm dir in den nächsten Tagen immer mal wieder einen Moment und frag dich:

  • Welchen Satz erzähle ich mir gerade über mich selbst, wenn ich an dieses Semester denke?
  • Woher kommt er eigentlich, und wovor will er mich vielleicht beschützen?

Schreib den Satz und deine Gedanken dazu auf einen Zettel und lass ihn erst einmal einfach stehen, ohne ihn zu bewerten. Dann wirf den Zettel ganz bewusst weg. Natürlich ist der Satz dadurch nicht automatisch verschwunden, dafür sitzen solche Sätze oft viel zu tief. Es ist aber ein erstes Signal, dass jetzt eine neue Phase beginnt. Forschende der Wharton School der University of Pennsylvania haben gezeigt, dass uns ein Neuanfang vor allem dann Schwung gibt, wenn er sich auch wirklich wie ein Neuanfang anfühlt.

 

2. Der Plan für den perfekten Neustart

Mit einem bewussten Neuanfang kommt oft ganz automatisch der nächste Impuls: Jetzt fange ich neu an, und jetzt muss wirklich alles besser werden.

 

Wenn der Plan zum Beweis gegen dich wird

Mein Plan für das erste Studium war klar. Weil es das war, was ich mir ausgesucht hatte und was mir etwas bedeutete, wollte ich es mit 1,0 abschließen. Dafür wollte ich alles parallel mitlernen und am besten sogar noch ein bisschen vorlernen. Heute würde ich sagen, ich hatte richtige Überansprüche an mich, und ich habe alles komplett vollgestopft, als wäre ein voller Plan der Beweis dafür, dass mir das Studium wichtig ist.

Das Problem an solchen Plänen ist, dass man sie zwangsläufig nicht immer erfüllen kann. Und jeder Tag, an dem es nicht klappt, fühlt sich dann an wie ein Beweis, dass man es doch nicht kann. Stell dir vor, du bist eine Woche krank. Alles, was du dir vorgenommen hast, bleibt liegen, dazu Übungsblätter und Protokolle, und in der nächsten Woche müsstest du fast doppelt so viel schaffen.

Für das, was dann oft passiert, gibt es sogar einen Namen, den What-the-hell-Effekt, also so etwas wie den „Jetzt ist es eh egal“-Effekt. Forschende der University of Toronto haben beobachtet, dass Menschen, die sich eine sehr strenge Regel setzen und sie einmal brechen, danach oft ganz aufgeben, statt einfach weiterzumachen. Im Studium heißt das, entweder geht gar nichts mehr, oder der Druck steigt noch weiter.

 

Wir sind schlechte Planerinnen und Planer

Dazu kommt, dass wir Menschen fast immer unterschätzen, wie lange etwas dauert. Forschende aus Kanada haben Studierende gefragt, wie lange sie noch für ihre Abschlussarbeit brauchen. Im Schnitt schätzten sie rund 34 Tage, tatsächlich brauchten sie rund 55. Selbst als sie schätzen sollten, wie lange es dauert, wenn wirklich alles schiefgeht, war nicht einmal die Hälfte bis dahin fertig.

Wenn dein Plan also immer wieder nicht aufgeht, sagt das erst einmal wenig darüber aus, ob du für dein Studium geeignet bist oder zu langsam arbeitest. Viel mehr zeigt es, wie schlecht wir Menschen Zeit einschätzen können.

 

Orientierung statt Überforderung

Das heißt nicht, dass du gar nichts mehr von dir erwarten solltest. Ansprüche dürfen sein, solange sie dich eher motivieren als lähmen. Und ein Plan ist dafür da, dir Orientierung zu geben.

In meinem Erweiterungsstudium bin ich das genau so angegangen. Ich musste mir neben dem Vollzeitjob ohnehin einen eigenen Zeitplan bauen, und am Anfang ging es mir vor allem um einen guten Überblick: Was kommt dieses Semester auf mich zu, und was baut worauf auf? Danach habe ich meinen Fokus aber ganz bewusst auf den nächsten machbaren Schritt gelegt. Wenn ich mich an den Schreibtisch gesetzt habe, war mein Kopf bei der Aufgabe, die jetzt anstand, und nicht bei den Prüfungen am Semesterende.

Genau dort, beim Machbaren im Moment, erlebst du dich als handlungsfähig, und das nimmt viel von dem Gefühl, überfordert zu sein. Wie du so einen Überblick für dich ganz konkret aufbaust und herunterbrichst, ist übrigens ein Kernstück meiner Arbeit im Mentoring.

 

3. Der Anspruch, alles sofort verstehen zu müssen

Der dritte Punkt klingt im ersten Moment fast banal, verändert aber gerade mental unglaublich viel.

 

Was mich wirklich fertiggemacht hat

Wenn ich heute an diese Abende vor den Prüfungen im Physikpraktikum zurückdenke, hat mich eigentlich gar nicht so sehr das Nicht-Verstehen fertiggemacht, viel mehr das, was ich daraus gemacht habe. Ich habe von mir verlangt, alles sofort zu können, und zwar so gut wie möglich.

Dabei kennen wir die Lösung eigentlich. Stell dir vor, deine beste Freundin oder dein bester Freund sitzt vor dir und erzählt, dass er oder sie für eine Prüfung gerade gar nichts versteht und völlig verzweifelt ist. Du würdest die Person wahrscheinlich erst einmal beruhigen, ihre Gefühle ernst nehmen und dann mit ihr gemeinsam schauen, wo genau das Problem liegt und welche Grundlagen sie zuerst braucht. Uns selbst gegenüber blockiert uns in solchen Momenten aber ein emotionales Muster: Ich muss alles sofort verstehen, und wenn ich es nicht kann, bin ich zu dumm.

Niemand versteht alles sofort. Wie lange man braucht, ist von Fach zu Fach und von Mensch zu Mensch verschieden, aber grundsätzlich geht es uns da allen gleich.

Rückblickend war das Physikpraktikum übrigens gar nicht so wild. Wenn ich überlege, wie viel Zeit mich die Panik und das Weinen am Schreibtisch gekostet haben, und was ich stattdessen in ruhiges Durcharbeiten hätte stecken können, wäre da einiges möglich gewesen. Damals war es für mich aber ein Fakt. Und genau das ist die eigentliche Schwierigkeit: Wir halten das, was wir erleben, für die Wirklichkeit.

 

Mentale Stärke heißt, nicht alles zu glauben, was du denkst

Hier kommt mentale Stärke ins Spiel. Damit meine ich ausdrücklich nicht, Gefühle wegzudrücken, sondern in entscheidenden Momenten, wie am Abend vor einer Prüfung, tief durchatmen zu können, dich ein Stück von den belastenden Gefühlen zu distanzieren und wieder ins konstruktive Denken und Handeln zu kommen. Ein erster Schritt ist, in Momenten, in denen du extrem streng mit dir bist, bewusst festzustellen: Das ist gerade meine Wahrnehmung der Situation. Wie könnte ich noch damit umgehen?

 

Fehler als Stufen einer Treppe

In meinem Erweiterungsstudium gab es ein Informatikmodul. Informatik war in meiner Schulzeit ein Wahlfach, das ich nicht gewählt hatte, und in meinem Kopf war es sofort wieder da: Das ist kompliziert, das ist schwierig. Dieses Mal habe ich mich bei dem Gedanken erwischt, ihn bewusst wahrgenommen und mir gesagt, dass ich nicht alles sofort verstehen muss. Ich habe versucht, das Fach erst einmal neutral zu beobachten, statt es als schwer zu bewerten.

Dann habe ich es bewusst als Wachstumschance betrachtet. Jeder Fehler zeigt mir genau, was ich noch nicht kann, und damit, wo ich ansetzen kann. Ich habe mir das Ganze wie eine Treppe vorgestellt, bei der jeder Fehler und alles, was ich noch nicht verstehe, eine Stufe nach oben ist. Mein Fokus lag auf diesem Fortschritt und nicht auf der Frage, welche Note am Ende herauskommen muss. Am Ende war es eine meiner besten Prüfungen.

Semesterstart - Fehler als Treppe

Ein Impuls für dein Respektfach

Vielleicht gibt es auch bei dir ein Fach, vor dem du dieses Semester besonders viel Respekt hast. Dann frag dich einmal: Wann habe ich mich schon durch etwas durchgebissen, das ich nie freiwillig gewählt hätte, und es am Ende doch geschafft? Das muss gar nichts mit der Uni zu tun haben.

Und wenn du in den nächsten Wochen in einer Vorlesung sitzt und nur Bahnhof verstehst, darfst du dir sagen, dass das einfach der Anfang ist und dazugehört. Genau diese Stellen zeigen dir, wo du beim Lernen ansetzen kannst. Vielleicht traust du dich sogar, eine Frage zu stellen.

 

Was zwischen meinen beiden Studien passiert ist

Dass ich mein zweites Studium so anders angehen konnte, hatte vor allem zwei Gründe.

Der erste war genau die Erfahrung, vor der ich im ersten Studium am meisten Angst hatte. Ich bin durch eine Prüfung gefallen, in einem Fach, das als Aussiebfach galt. Ich hatte mir die ganze Zeit erzählt, wie schwer es ist und dass ich sowieso nicht gut genug bin, und wollte gleichzeitig das Skript so detailliert durcharbeiten, dass ich dem Druck kaum standhalten konnte. Danach musste ich mein Lernen grundlegend umstellen, und ich habe erlebt, dass die Welt davon nicht untergeht.

Mental war ich in Leistungssituationen aber weiterhin sehr angespannt. Deshalb war der zweite Grund so wichtig: Irgendwann habe ich mich entschieden, an meine tieferen Überzeugungen zu gehen, an genau diese Geschichten, die ich mir über mich erzähle. Ich habe das mit Hypnose gemacht, und für mich persönlich gibt es seitdem ein Vorher und ein Nachher. Natürlich bin auch ich manchmal nervös, das gehört dazu. Die Überzeugung, nicht gut genug zu sein, habe ich aber nicht mehr, und mein Umgang mit Fehlern und mit mir selbst ist viel freundlicher geworden.

Du musst dafür nicht erst ein ganzes Studium durchstehen oder durch eine Prüfung fallen. Du kannst schon mit diesem Semester anfangen.

 

Häufige Fragen zum Semesterstart

Ist es normal, sich am Anfang des Studiums überfordert zu fühlen?

Ja. Stoffumfang, neue Prüfungsformen und ein neues Umfeld bedeuten eine riesige Umstellung. Studien mit Tausenden Studierenden zeigen, dass sich viele am Anfang unsicher fühlen und dass es hilft, das als vorübergehende Phase zu verstehen.

Was kann ich tun, wenn ich in der Vorlesung nichts verstehe?

Erst einmal anerkennen, dass Nicht-Verstehen am Anfang dazugehört. Dann in Ruhe schauen, welche Grundlage dir fehlt, und eine konkrete Frage stellen, in der Übung, im Tutorium oder in der Lerngruppe.

Wie plane ich mein Semester, ohne mich zu überfordern?

Verschaff dir zu Beginn einen Überblick, was ansteht, und lege deinen Fokus dann auf den nächsten machbaren Schritt. Rechne damit, dass Dinge länger dauern als gedacht, und lass Puffer für Tage, an denen es nicht läuft.

Gilt das auch für höhere Semester?

Ja. Jedes neue Semester ist eine neue Startphase mit neuen Anforderungen, und der Gedanke „diesmal muss alles besser werden“ erzeugt oft genauso viel Druck wie der erste Studienstart.

 

Fazit

Dass sich der Semesterstart schwerer anfühlt als erhofft, ist normal und sagt nichts über dich aus. Entscheidend ist, womit du diese Lücke füllst. Du darfst sie erst einmal einfach stehen lassen, die alte Geschichte über dich liegen lassen, deinem Plan ein bisschen Luft geben und dir erlauben, am Anfang nicht alles zu verstehen. Geh dabei immer wieder in die Beobachterrolle und frag dich, welche Geschichte du dir gerade erzählst. Eine Geschichte ist nicht automatisch ein Fakt.

Wenn du merkst, dass Sätze wie „Ich bin nicht gut genug“ bei dir sehr tief sitzen und dich schon lange begleiten, ist vielleicht mein Programm Sicher im Kopf das Richtige für dich. Dort arbeiten wir genau an diesen inneren Sätzen und an deiner mentalen Stärke, und der Semesterstart ist ein richtig guter Zeitpunkt dafür. Hier findest du mehr Infos dazu.

Wenn du dir zusätzlich Unterstützung auf der Lernebene wünschst, ist mein 1:1-Mentoring der passendere Weg. Melde dich gern für ein kurzes Kennenlerngespräch über diese Seite. 

Du bist nicht zu spät dran, und du bist nicht falsch hier. Du darfst einfach mit etwas leichterem Gepäck in dieses Semester starten.

Diese Folge gibt’s auch als Podcast: „Semesterstart ohne Druck: 3 Dinge, die du loslassen darfst“, jetzt auf Spotify hören.

 

Quellen

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Kathi Moldan Coach fuer Studenten und Schülerinnen und Schüler

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